Europa ist ein wichtiger Teil der Aktienallokationen. Wir unterstreichen die Argumente für ein aktives Management und argumentieren, dass es darauf ankommt, sich auf die Fundamentaldaten zu konzentrieren.
Europäische Aktien ziehen weiterhin die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. Während der Optimismus zu Jahresbeginn inmitten erhöhter Volatilität und geopolitischer Unsicherheit – vor allem getrieben durch steigende Energiepreise – einer grösseren Vorsicht gewichen ist, investieren die Anleger weiterhin in die Region als wichtigen Bestandteil diversifizierter Aktienportfolios.
Die Frage für professionelle Anleger ist nicht mehr, ob sie in Europa investieren sollen, sondern wie sie dies tun. In einem Markt, der von Streuung, strukturellen Veränderungen und sich verschiebenden makroökonomischen Gegenwinden geprägt ist, sind wir der Ansicht, dass ein konsequent verfolgter aktiver Ansatz besser geeignet ist als ein breites passives Engagement.
Aktives Management ist wichtig in Europa – besonders jetzt
Europa ist kein einzelner, homogener Markt. Es umfasst mehrere Länder, Währungen, Regulierungssysteme und Sektorzusammensetzungen, was zu einer deutlich breiteren Bewertung und Gewinnstreuung führt, als in stärker konzentrierten Märkten. Diese Vielfalt schafft Chancen, erfordert aber auch Selektivität.
Mehrere strukturelle Dynamiken unterstreichen die Argumente für eine aktive Aktienauswahl:
- KI-Gewinner und -Verlierer
Die Stimmung in Bezug auf Künstliche Intelligenz führt zu einer zunehmenden Differenzierung zwischen den Unternehmen im europäischen Technologie-Ökosystem. Während bestimmte Unternehmen direkt von den Investitionsausgaben und der Technologie-Einführung profitieren, sind andere mit den Herausforderungen etablierter Geschäftsmodelle konfrontiert. Passives Engagement birgt das Risiko, diese Unterscheidungen zu verwischen.
- Qualität, die durch Investitionszyklen entsteht
Die expansive Fiskalpolitik mit den Schwerpunkten Verteidigung, Infrastruktur und Energiewende schafft Chancen in Bereichen mit hohen Eintrittsbarrieren, technischer Komplexität und Absicherung durch Sachwerte. Unternehmen, die in Europas Energienetzen, Verkehrsnetzen und industriellen Lieferketten tätig sind, werden davon profitieren.
- Strukturelle Veränderungen in den europäischen Banken
Nach Jahren der Herausforderung arbeiten Teile des europäischen Bankensektors mit stärkeren Bilanzen, steigenden Kapitalrenditen und einer rationaleren Wettbewerbsdynamik. Die Unterscheidung zwischen Gewinnern und Nachzüglern bleibt entscheidend.
Gleichzeitig stehen andere Bereiche vor wachsenden Herausforderungen. Patentabläufe, Preisdruck, steigende Inputkosten und die sich entwickelnde Verbraucherdynamik schaffen Gegenwind in Teilen der Pharma- und Konsumgüterbranche. Europa ist heute ein Markt der Gewinner und Verlierer und kein einseitiges Beta-Engagement.
Lassen Sie sich nicht vom Rauschen beirren, sondern orientieren Sie sich an den Fundamentaldaten
Die jüngsten geopolitischen Ereignisse haben erneut verdeutlicht, wie schnell sich makroökonomische Narrative verschieben können. Hohe Energiepreise gefährden die Wachstumserwartungen und haben den bisher konstruktiveren Ausblick für Europa abgeschwächt. Die Geschichte zeigt jedoch, dass das Aufgeben langfristiger Überzeugungen in Stressphasen die Ergebnisse beeinträchtigen kann.
Daher wird Wert auf Anlageprozesse gelegt die darauf ausgelegt sind, in den Fundamentaldaten verankert zu bleiben, anstatt sich von Schlagzeilen leiten zu lassen.
Der Ansatz, der dem CT QR Series European Equity Active ETF zugrunde liegt kombiniert einen systematischen, daten gesteuerten Rahmen mit fundamentalen Erkenntnissen. Unternehmen werden nach Qualitäts-, Value- und Katalysatormerkmalen bewertet, wobei die Gewichtung auf die Branche zugeschnitten ist, um echte Renditetreiber widerzuspiegeln. Aktien werden innerhalb von Peer-Groups eingestuft, sodass sichergestellt ist, dass die Portfolios aus Ideen mit hoher Überzeugung und nicht aus Benchmark-Bestandteilen aufgebaut werden.
Wie die Fundamentaldaten in der Praxis angewendet werden
Fundamentale Einblicke sind in den Anlageprozess integriert, um zu erkennen, wann sich die zugrunde liegenden Aussichten eines Unternehmens ändern – selbst wenn die Marktstimmung weiterhin unterstützt.
Ein aktuelles Beispiel war EssilorLuxottica. Trotz der starken Begeisterung des Marktes für die Beteiligung an KI-fähigen Smart Glasses begann sich unsere Bewertung zu verschlechtern, da die Indikatoren für Qualität, Bewertung und Gewinndynamik schwächer wurden. Während kurzfristige Narrative weiterhin die Volatilität der Aktienkurse beeinflussten, deuteten die Fundamentaldaten auf ein weniger attraktives Risiko Rendite-Profil hin, was zu einer entschieden negativeren Einschätzung führte.
Das verdeutlicht einen zentralen Vorteil des aktiven Managements: die Fähigkeit, Hype zu durchschauen, Signale von Rauschen zu unterscheiden und konsistent zu reagieren, wenn sich der zugrunde liegende Investment-Case abschwächt.
Die systematische Anwendung dieser Disziplin über ein breites Universum ermöglicht im Wesentlichen eine frühzeitige Identifizierung von Risiken. Seit ihrer Einführung im November 2025 hat die Strategie sich von neun Beteiligungen getrennt, deren Fundamentaldaten sich verschlechtert haben. Dies verstärkt die Portfolio-Disziplin , ohne das Gesamtengagement am Markt wesentlich zu verändern.
Warum die passive Exposition unterdurchschnittlich ausfallen kann
Kapitalgewichtete Indizes weisen unbeabsichtigte Verzerrungen auf. Sie weisen den größten Teil des Kapitals den größten Unternehmen zu, unabhängig davon, ob sich die Fundamentaldaten verbessern oder abschwächen. In einem Markt, der so vielfältig und strukturell komplex ist wie Europa, kann dies die Exposition gegenüber alten Geschäftsmodellen oder steigenden Konzentrationsrisiken erhöhen – genau dann, wenn es auf Selektivität am meisten ankommt.
Ein aktiver Ansatz bietet mehr Kontrolle – nicht durch den Versuch von Market-Timing, sondern durch kontinuierliche Neubewertung der Fundamentaldaten, Umschichtung des Kapitals in hochwertigere Chancen und Vermeidung von Bereichen mit steigenden Risiken.
Fazit
Trotz der kurzfristigen Unsicherheit bleibt Europa eine strategisch wichtige Aktienallokation. Strukturelle Anlagethemen, eine breite Streuung, und die sich entwickelnde Branchendynamik schaffen weiterhin überzeugende Chancen für geduldiges Kapital.
Die Navigation in einer solch komplexen Landschaft erfordert mehr als ein breites Marktengagement. Ein disziplinierter, aktiver Ansatz – der auf systematischer Analyse und fundamentalen Erkenntnissen basiert – kann Anlegern helfen, investiert zu bleiben, Risiken zu steuern und ihre Portfolios auf die Unternehmen zu konzentrieren, die am besten positioniert sind, um langfristig nachhaltige Renditen zu erzielen.