Schwellenländer bieten aktiven Managern ein chancenreiches Anlageuniversum, doch Volatilität ist ein fester Bestandteil dieser Anlageklasse. Ein quantitativer, an Vergleichsgruppen orientierter Ansatz kann Selektivität mit einer diversifizierten Partizipation über ETFs in Einklang bringen.
Schwellenländer (Emerging Markets, EM) gelten häufig als chancenreiches Anlageuniversum für aktive Manager, und das aus gutem Grund. Sie sind längst nicht mehr nur eine Gruppe schneller wachsender Volkswirtschaften am Rand globaler Portfolios. Vielmehr sind sie zunehmend in die physische Infrastruktur des nächsten globalen Zyklus eingebunden: KI-Hardware, Speichertechnologie, Energieausrüstung, Elektrifizierung, fortschrittliche Fertigung, kritische Rohstoffe und ein sich rasch wandelnder Binnenkonsum.
Doch Schwellenländer bleiben eine volatile Anlageklasse. Wie können Anleger also Gewinner identifizieren und Nachzügler meiden, ohne auf die diversifizierte Exponierung zu verzichten, die ein Investment in diese Anlageklasse attraktiv macht? Unseres Erachtens müssen sie sich nicht für das eine oder das andere entscheiden. Schwellenländer werden nicht nur attraktiver, sondern erfordern zunehmend eine selektive Vorgehensweise. Genau für dieses Umfeld wurde der CT QR Series Emerging Markets Equity Active ETF konzipiert: aktive Aktienauswahl ohne Verzicht auf eine diversifizierte Schwellenländerexponierung.
Von den 4Ds zu den 5Cs
Vier strukturelle Kräfte, die lange als Treiber der globalen Märkte galten, verändern sich derzeit und gewinnen zugleich für Schwellenländer an Bedeutung.
Compute > Digitalisierung. Es geht längst nicht mehr nur darum, dass mehr Menschen Technologie nutzen, sondern um den physischen Ausbau hinter der KI: Halbleiter, Hochleistungsspeicher, Rechenzentren, Netzwerktechnik, Kühlung und Stromversorgung. Deshalb sind Taiwan und Südkorea innerhalb der Schwellenländer so bedeutend und deshalb wurden die jüngsten Indexrenditen so stark von einer Handvoll Halbleiterunternehmen geprägt.
Capacity > Dekarbonisierung. Die Energiewende bleibt von zentraler Bedeutung. Die unmittelbarere Einschränkung besteht jedoch darin, ob Volkswirtschaften über ausreichend Strom, Netzstabilität, Speicherkapazitäten und industrielle Kapazitäten verfügen, um KI, Elektrifizierung und Fertigung zu unterstützen. Die Zukunft ist nicht nur grüner, sondern auch energieintensiver. Selektivität bleibt jedoch entscheidend, denn nicht jedes Unternehmen mit Bezug zu diesem Zyklus profitiert gleichermaßen.
Control > Deglobalisierung. Die Welt wird nicht so sehr weniger global, sondern vielmehr strategischer: Regierungen und Unternehmen wollen mehr Kontrolle über kritische Technologien, Lieferketten, Ressourcen und Produktion. Als Lieferanten strategischer Ressourcen, Fertigungszentren oder führende Hardwareanbieter sind viele Schwellenländer unmittelbar Teil dieses Wandels. Für Anleger besteht die Chance jedoch nicht einfach darin, Profiteure der Lieferkettenentwicklung zu identifizieren, sondern zwischen Unternehmen mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil und solchen zu unterscheiden, die Substitutionsrisiken, politischen Risiken oder Überinvestitionen ausgesetzt sind.
Consumption > Demografie. Einfache Bevölkerungszuwächse sind als Betrachtungsmaßstab zu undifferenziert. Die entscheidendere Frage ist, welche Unternehmen Veränderungen bei Haushaltseinkommen, digitalen Ausgaben, finanzieller Inklusion und der Nachfrage nach Gesundheitsleistungen erfolgreich in nachhaltige Renditen für Aktionäre umwandeln können.
Conviction – die daraus resultierende Implikation für Anleger. Die ersten vier Cs schaffen echte Chancen, führen aber auch zu einer größeren Streuung: strukturelle Gewinner stehen neben Unternehmen, die von Disruption betroffen, übermäßig stark in Portfolios vertreten oder schlicht weniger attraktiv als ihre Vergleichsunternehmen sind. Deshalb gehört Selektivität in den Mittelpunkt jeder modernen Diskussion über Schwellenländer.
Jenseits der Gesamtrenditen
Die jüngste Wertentwicklung der Schwellenländer verdeutlicht diesen Punkt. Der MSCI Emerging Markets Index erzielte im vergangenen Jahr hohe Renditen, doch diese Gewinne waren alles andere als gleichmäßig verteilt. Während der Index zum 1. Juni 2026 um rund 22 % gestiegen war, entfielen rund zwei Drittel dieser Rendite auf nur drei Unternehmen: TSMC, Samsung Electronics und SK Hynix.1 Mit anderen Worten: Mehr als die Hälfte des Benchmarkgewinns war auf drei Aktien zurückzuführen. Es handelte sich somit weniger um eine Schwellenländerrally als vielmehr um einen Schub durch Halbleiterwerte. Eine ausgewiesene Indexrendite kann zwar eine breite Marktteilnahme suggerieren, doch in diesem Fall war die zugrunde liegende Realität deutlich enger gefasst.
Konzentration ist das Risiko, Streuung die Chance
Konzentration wird üblicherweise als Risiko betrachtet, und das ist sie auch. Wichtiger ist jedoch die Beobachtung, dass Konzentration und Streuung in Schwellenländern gleichzeitig zunehmen. Während eine kleine Zahl von Unternehmen wachsenden Einfluss auf die Renditen ausübt, nehmen die Wertentwicklungsunterschiede im breiteren Anlageuniversum weiter zu. Das ist ein völlig anderes Umfeld als eine einfache Beta-Erholung, bei der eine breite Marktexponierung den Großteil der Rendite liefert. Wenn die Marktführerschaft eng begrenzt und die Ergebnisse stark gestreut sind, steigen die Kosten, in die falschen Unternehmen investiert zu sein.
Entscheidend ist, dass dies kein Argument dafür ist, die größten Unternehmen zu meiden. Bei Selektivität geht es nicht darum, die Schwergewichte um ihrer selbst willen unterzugewichten, denn mehrere von ihnen bleiben echte strukturelle Gewinner. Vielmehr sollte jedes Unternehmen anhand der Fakten gehalten werden und nicht allein aufgrund seines Indexgewichts. Rechtfertigen diese Schwergewichte ihre Bewertung, Gewinnerwartungen und Wettbewerbsposition gegenüber ihren Vergleichsunternehmen weiterhin? Ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Index zeigt zwar, welche Unternehmen groß geworden sind, nicht aber, welche von heute an am attraktivsten sind. Die Aufgabe besteht darin, zwischen beidem zu unterscheiden, sowohl bei den Mega-Caps als auch im übrigen Anlageuniversum.
Auch Länderzuordnungen sind inzwischen zu undifferenziert. Ein taiwanischer Chiphersteller sollte an relevanten Vergleichsunternehmen aus dem Bereich Technologie-Hardware gemessen werden und nicht an einer brasilianischen Bank. Ein koreanischer Speicherhersteller sollte mit Unternehmen verglichen werden, die ähnlichen Margen- und Nachfragezyklen ausgesetzt sind.
Ein systematischer, an Vergleichsgruppen orientierter Ansatz vergleicht Unternehmen mit denjenigen, mit denen sie tatsächlich im Wettbewerb stehen. Länderspezifische Risiken werden zugleich über eine Methodik für Länderrisikoprämien berücksichtigt. Dadurch werden die Attraktivität eines Unternehmens und das Marktrisiko klar voneinander getrennt.
Selektivität ohne extreme Schwankungen [und Partizipation – gezielt konzipiert]
Die meisten Anleger erkennen inzwischen an, dass aktives Management bei Schwellenländeraktien sinnvoll ist: Die Ineffizienzen sind hier größer, ebenso das Alphapotenzial. Allerdings bedeutete aktives Investieren in Schwellenländern allzu oft konzentrierte Portfolios mit hohen Sektor- oder Stilrisiken, die dieses Alpha mit heftigen Renditeschwankungen verbanden. In einer ohnehin volatilen Anlageklasse kann es für Kunden schwierig sein, an ihrer Überzeugung festzuhalten.
Hier setzt der CT QR Series Emerging Markets Equity Active ETF bewusst andere Akzente. Er filtert das Anlageuniversum des MSCI EM anhand von drei Anlagethemen: Quality, Value und Catalyst. Zugleich berücksichtigt er die Benchmarkstruktur über Sektoren, Regionen und Länder hinweg. Dieser systematische, an Vergleichsgruppen orientierte Prozess schließt rund 65 % des Anlageuniversums aus, wenn die Überzeugung nicht ausreicht.
Das Ergebnis ist auf Einzeltitelebene konsequent selektiv und ermöglicht zugleich eine breite Marktpartizipation. Die Disziplin dieses Drei-Faktoren-Ansatzes unterstützt die Strategie dabei, breit am Markt zu partizipieren und gleichzeitig durch Aktienauswahl eine aktive Rendite anzustreben.
Mit anderen Worten: echte Selektivität in Verbindung mit einer breiteren Benchmarkorientierung, umgesetzt in einer liquiden, effizienten und transparenten ETF-Struktur, die für die heutigen Schwellenländer konzipiert ist.